Fußballer · Esports-Pionier · CEO

Tim Reichert

Mitgründer von SK Gaming · Schalke 04 Esports-Architekt · Der Brückenbauer zwischen Fußball und Esports

★ Geb. 9. Okt. 1979, Essen ⚽ Ex-Profi RW Oberhausen ◆ SK Gaming „Burke" ● Schalke 04 Esports-Chef ◇ LEC-Slot €26,5M verkauft ▲ Ex-CEO Excel / GiantX
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Tim Reichert auf einen Blick

🎮
1997
SK Gaming mitgegründet
Quake-Clan „Schröt Kommando"
~80
Profispiele (Fußball)
RW Oberhausen, Siegen u.a.
🏆
€26,5M
LEC-Slot-Verkauf
Schalke 04 → Team BDS (2021)
📈
5
LEC Playoff-Teilnahmen
Schalke 04 Esports
💼
3
CEO-/Geschäftsführer-Rollen
S04, Excel, GiantX
🌐
75
SK Gaming Meistertitel
Als Mitgründer
👥
3
Reichert-Brüder im Esports
Ralf, Tim, Benjamin
📅
27+
Jahre im Esports
Seit 1997 aktiv
Karriere-Stationen
1997 SK → Fußball → Schalke → Excel → GiantX 2025
Zwei Welten
Fußball: ~80 Profispiele, 2. Bundesliga, Karriereende 2014

Esports: SK Gaming-Gründer, Schalke-Architekt, Excel-CEO, GiantX Co-CEO
Kapitel 01

Biografie – Der Mann zwischen zwei Welten

Profifußballer und Esports-Pionier – Tim Reichert ist die seltene Persönlichkeit, die in beiden Welten zu Hause ist und sie erfolgreich verbunden hat.

Kindheit & Herkunft

Tim Reichert wurde am 9. Oktober 1979 in Essen geboren – fünf Jahre nach seinem älteren Bruder Ralf. Im Ruhrgebiet aufgewachsen, waren die Reichert-Brüder von zwei Leidenschaften geprägt: Fußball und Gaming. Während im Verein gekickt wurde, saßen die Brüder abends vor dem Computer und spielten Quake. Eine Dualität, die Tims gesamte Karriere definieren sollte.

Zusammen mit seinem älteren Bruder Ralf und seinem jüngeren Bruder Benjamin gehört Tim zu einem bemerkenswerten Geschwister-Trio: Alle drei gründeten gemeinsam SK Gaming, und sowohl Tim als auch Benjamin spielten professionell Fußball für Rot-Weiß Oberhausen. Benjamin spielte als Innenverteidiger, Tim als Mittelfeldspieler – zeitweise sogar gleichzeitig im selben Team. Eine Familie, die sowohl den traditionellen Sport als auch den digitalen Wettkampf auf Profi-Niveau beherrschte.

Der Gamertag „Burke"

In der Gaming-Welt war Tim als „Burke" bekannt – ein Gamertag aus den Quake-Tagen. Unter diesem Namen war er Teil des Gründungs-Lineups von SK Gaming, einem der ersten Esports-Teams der Welt. Während sein Bruder Ralf als „Griff" aktiv war und später den Business-Weg einschlug, verfolgte Tim zunächst seinen Fußball-Traum. Doch die Esports-DNA blieb immer Teil seiner Identität.

Persönlichkeit & Führungsstil

Tim Reichert vereint in seiner Person zwei komplett unterschiedliche Kulturen: die Disziplin und Teamstruktur des professionellen Fußballs mit der Dynamik und Innovation der Esports-Szene. In Interviews betont er immer wieder die Parallelen: Teambuilding, Talentförderung, mentale Stärke – die Grundprinzipien sind in beiden Welten identisch, nur das Medium unterscheidet sich.

Sein Führungsstil ist geprägt von klaren Strukturen und der Bereitschaft zu unpopulären Entscheidungen. „Improvement can only happen with change" – Verbesserung kann nur durch Veränderung passieren – ist eines seiner Leitmotive. Er scheut sich nicht, Roster zu verändern, auch wenn die Community dagegen ist, wenn er überzeugt ist, dass es dem Team langfristig hilft.

Kapitel 02

Fußball-Karriere – Vom Rasen zur Konsole

Ein Profifußballer im Ruhrgebiet – Tim Reicherts Karriere auf dem grünen Rasen, bevor er die digitale Arena betrat.

Rot-Weiß Oberhausen

Tim Reichert wurde in der Saison 2003/04 von Rot-Weiß Oberhausen verpflichtet, dem Traditionsverein aus dem Ruhrgebiet. Oberhausen spielte zu dieser Zeit in der Regionalliga Nord und kämpfte um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Zunächst kam Reichert hauptsächlich in der Reservemannschaft zum Einsatz.

Nach einer Leihe zur SSVg Velbert (2005/06) kehrte er nach Oberhausen zurück und kam in der Saison 2007/08 zu 13 Einsätzen in der ersten Mannschaft. In dieser Saison gelang Rot-Weiß Oberhausen der Aufstieg in die 2. Bundesliga – ein Karrierehöhepunkt, bei dem Tim neben seinem Bruder Benjamin auf dem Platz stand. Benjamin spielte als Innenverteidiger im Abwehrzentrum, Tim agierte im Mittelfeld vor ihm.

Fußball-Steckbrief

Position: Mittelfeld
Größe: 179 cm · Gewicht: 74 kg
Vereine: RW Oberhausen (2003–2009), SSVg Velbert (Leihe, 2005–06), Sportfreunde Siegen (2009–?), SV Uedesheim (bis 2014)
Karriereende: 1. Januar 2015
Besonderheit: Spielte zeitweise mit Bruder Benjamin im selben Team bei RW Oberhausen

Sportfreunde Siegen & Karriereende

Am 2. Juni 2009 verließ Reichert Rot-Weiß Oberhausen und wechselte zu den Sportfreunde Siegen. Die letzten Jahre seiner aktiven Karriere verbrachte er beim Amateurverein SV Uedesheim, wo er bis zum offiziellen Karriereende am 1. Januar 2015 spielte.

Obwohl Tim Reicherts Fußball-Karriere nicht die ganz großen Schlagzeilen produzierte, war sie alles andere als erfolglos: Profispiele in der 2. Bundesliga, eine einzigartige Geschwister-Konstellation auf dem Platz und die Erfahrung in einem hart umkämpften Wettkampfumfeld. Diese Erfahrungen – Teamdynamik, Leistungsdruck, Umgang mit Rückschlägen – wurden zum Fundament seiner späteren Esports-Karriere.

Kapitel 03

SK Gaming – Die gemeinsame Gründung

Im Dachgeschoss in Oberhausen begann 1997 eine Geschichte, die den Esports für immer verändern sollte – und Tim war mittendrin.

Im Jahr 1997, als Tim Reichert gerade 17 Jahre alt war, gründete er zusammen mit seinen Brüdern Ralf („Griff") und Benjamin („Kane") sowie vier Freunden – Daniel „Godlike" Beames, Kristof „Speed" Salwiczek, Carsten „Storch" Kramer und Sven „Ramses" Tümmers – den Quake-Clan „Schröt Kommando" in Oberhausen. Der Name entstand, weil Mitgründer Daniel Beames ständig „Schröt!" rief, wenn er die Schrotflinte im Spiel benutzte.

Was als Freundes-Clan begann, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einer der erfolgreichsten Esports-Organisationen weltweit. SK Gaming gewann im Laufe seiner Geschichte 75 große Meistertitel über Spieltitel wie Quake, Counter-Strike, League of Legends, FIFA, StarCraft und viele weitere. Die Organisation wurde zum Aushängeschild des deutschen Esports und einer der bekanntesten Marken der Branche.

„In 1997, he founded the clan SK Gaming with his brothers Ralf and Benjamin Reichert and several other gamers – one of the first professional esports teams in the world." – Wikipedia, Tim Reichert

Während Ralf Reichert SK Gaming als Managing Director (1997–2001) führte und dann die ESL gründete, verfolgte Tim zunächst seine Fußball-Karriere. Doch die Esports-Wurzeln vergaß er nie. Als er nach dem Ende seiner aktiven Fußball-Karriere in die Gaming-Welt zurückkehrte, brachte er einen einzigartigen Erfahrungsschatz mit: das Verständnis für professionellen Sport, das die meisten Esports-Manager nicht hatten.

Kapitel 04

Schalke 04 Esports – Das Meisterstück

Wie Tim Reichert einen Bundesliga-Verein zum erfolgreichsten traditionellen Sportclub im Esports machte – und warum alles mit einem schmerzhaften Verkauf endete.

Der Einstieg (2016)

Im Mai 2016 startete der FC Schalke 04 unter Tim Reicherts Führung seine Esports-Abteilung. Schalke kaufte den EU LCS-Startplatz (die europäische League-of-Legends-Liga) von Elements und wurde damit der vierte Fußballverein weltweit, der in den professionellen LoL-Esports einstieg. Gleichzeitig baute Reichert Teams in FIFA und Pro Evolution Soccer auf.

Reicherts Karriere bei Schalke durchlief mehrere Stufen: Head of Esports (Mai 2016 – September 2017), Chief Gaming Officer (Oktober 2017 – Juni 2018) und schließlich Managing Director der FC Schalke 04 Esports GmbH. Jede Beförderung reflektierte das wachsende Gewicht der Esports-Abteilung innerhalb des Vereins.

Die goldene Ära (2018–2019)

Im November 2018 sicherte sich Schalke einen der zehn permanenten Startplätze in der neu gegründeten League of Legends European Championship (LEC) – für 8 Millionen Euro. Es war eine massive Investition, die Reicherts Überzeugungskraft gegenüber dem Vereinsvorstand unterstrich.

Die Investition zahlte sich sportlich aus: Unter Reicherts Führung erreichte das Schalke-04-LoL-Team fünf Mal die LEC-Playoffs, mit Top-Platzierungen und Finaleinzügen in 2018 und 2019. Schalke war nicht irgendein Fußballverein, der sich ein Esports-Experiment leistete – unter Reichert wurde es der erfolgreichste Esports-Aufbau eines traditionellen Sportvereins weltweit.

LEC 2018 Summer Split – Das erste Finale

Im Summer Split 2018 holte Schalke den erfahrenen Jungler Amazing, der dem Team die nötige Konsistenz brachte. Schalke beendete die reguläre Saison in einem Dreier-Tie um Platz 2 und kämpfte sich über Splyce und Vitality bis ins EU LCS Finale gegen Fnatic. Trotz der 1:3-Niederlage war es ein Meilenstein: Ein Fußballverein aus Gelsenkirchen stand im Finale der prestigeträchtigsten europäischen Esports-Liga.

Der „Miracle Run" (2020) – Schalkes unvergesslicher Moment

Der Summer Split 2020 begann als Desaster: Nach zehn Spielen stand Schalke bei 1 Sieg und 10 Niederlagen – scheinbar hoffnungslos abgeschlagen. Dann passierte das Unmögliche.

Reichert und sein Team nahmen mutige Rosteränderungen vor: Der Veteran Gilius ersetzte Lurox im Jungle, Neon und Dreams übernahmen die Bot-Lane. Mit Odoamne in der Top-Lane und Abbedagge in der Mid-Lane entstand eine neue Chemie. Was folgte, wurde zum Stoff für Esports-Legenden: Schalke gewann sieben Spiele in Folge und qualifizierte sich mit einem 8:10-Record auf Platz 6 gerade noch für die Playoffs.

Miracle Run – Schlüsselmomente

Gilius wurde zum Motor des Comebacks – mit aggressivem Jungling, Smite-Steals und einem Selbstvertrauen, das das gesamte Team mitzogschwemmt. Mid-Laner Abbedagge transformierte sich von einem durchschnittlichen Spieler zu einem der besten Europas und besiegte Caps und Humanoid in direkten Duellen.

In den Playoffs besiegte Schalke SK Gaming, bevor der Run von MAD Lions mit einer 1:3-Niederlage beendet wurde. Trotzdem: Der Miracle Run von 1:10 zu den Playoffs gehört zu den ikonischsten Momenten der europäischen Esports-Geschichte und wurde Gegenstand zahlloser Highlight-Videos und Analysen. Abbedagge erhielt später einen Vertrag bei 100 Thieves in Nordamerika – ein direktes Resultat seiner Miracle-Run-Performance.

Der schmerzhafte Abschied – LEC-Slot-Verkauf (2021)

2021 traf den FC Schalke 04 eine Doppelkrise: Die Fußball-Mannschaft stieg aus der Bundesliga ab, und der Verein trug 217 Millionen Euro Schulden. In dieser Situation wurde die Esports-Abteilung, die Reichert über fünf Jahre aufgebaut hatte, zum finanziellen Rettungsanker.

Im Juni 2021 verkaufte Schalke seinen LEC-Startplatz an den Schweizer Esports-Verein Team BDS für 26,5 Millionen Euro – der zweitgrößte Franchise-Deal der westlichen Esports-Geschichte. In einem bemerkenswerten Twist hatte Reicherts Esports-Abteilung dem traditionellen Sportverein aus einer finanziellen Notlage geholfen.

„Ich bin heute traurig und stolz zugleich, einen wegweisenden Deal für den europäischen Esports und den Fußball zu bestätigen – den Verkauf unseres LEC-Slots. Als wir hier vor fünf Jahren angefangen haben, war alles sehr klein und neu. Wenn man sieht, was wir erreicht haben und was jetzt passiert ist, tut es weh. Es tut weh, weil man sein Herz hineingesteckt hat." – Tim Reichert, Managing Director Schalke 04 Esports, Juni 2021
€8 Mio.
LEC-Slot Kaufpreis (2018)
€26,5 Mio.
LEC-Slot Verkaufspreis (2021)
+231%
Wertsteigerung in 3 Jahren
5
LEC Playoff-Teilnahmen

Die Rechnung verdeutlicht Reicherts Erfolg: Ein Investment von 8 Millionen Euro brachte in nur drei Jahren eine Rendite von 231 %. Kein anderer traditioneller Sportverein hat im Esports einen vergleichbaren Return on Investment erzielt. Und das, obwohl der Verkauf nicht freiwillig war, sondern aus der finanziellen Not des Fußballvereins resultierte.

Kapitel 05

Excel Esports & GiantX

Von London nach Madrid – wie Reichert ein britisches Esports-Team an die europäische Spitze führte und eine internationale Fusion orchestrierte.

Einstieg bei Excel Esports (2021)

Im Oktober 2021, kurz nach dem Schalke-Abschied, wechselte Tim Reichert zum britischen Esports-Team Excel Esports als Esports Director. Excel war zu diesem Zeitpunkt ein Mittelklasse-Team in der LEC – mit Potenzial, aber ohne die Erfolge, die Reichert bei Schalke vorgelegt hatte.

Der Effekt war sofort spürbar: Bereits im Spring Split 2022 erreichte Excels League-of-Legends-Team erstmals die LEC-Playoffs. Reichert wurde zum Chief Operating Officer (COO) befördert, und im Januar 2023 zum CEO – eine Beförderung, die seine Rolle als treibende Kraft hinter Excels Transformation unterstrich.

Die Saison 2023 – Excels beste Stunde

Die Saison 2023 unter Reicherts CEO-Führung war eine Achterbahnfahrt. Der Winter Split und Spring Split waren enttäuschend – Excel landete am unteren Ende der Tabelle. Doch dann kam der Summer Split: Excel kletterte auf Platz 3 der regulären Saison und startete einen historischen Playoff-Run.

LEC Summer 2023 – Excels Playoff-Run

Excel besiegte MAD Lions und SK Gaming in der Gruppenphase. In den Playoffs erzwang das Team gegen G2 Esports eine Fünf-Spiele-Serie (Niederlage 2:3) und schlug anschließend Fnatic mit 3:1. Excel erreichte die LEC 2023 Season Finals – die beste Platzierung in der Geschichte der Organisation. Ein Muster, das sich wiederholte: Wie bei Schalke baute Reichert ein Team auf, das seine eigenen Erwartungen übertraf.

Die GiantX-Fusion (Dezember 2023)

Am 14. Dezember 2023 kündigten Excel Esports und die spanische Organisation Giants Gaming ihre Fusion an. Das neue Unternehmen heißt GiantX und vereint Excels LEC-Slot mit Giants' VALORANT-Team im VCT EMEA. Tim Reichert und Giants-CEO José Ramón Díaz wurden zu Co-CEOs der neuen Organisation ernannt.

Die Fusion war strategisch durchdacht: Excel brachte die LEC-Infrastruktur und Reicherts Managementerfahrung ein, Giants die starke Marke in Spanien und Lateinamerika sowie das VALORANT-Team. Zusammen deckte GiantX die beiden wichtigsten Riot-Games-Ökosysteme ab – League of Legends und VALORANT.

Abschied von GiantX (November 2024)

Im November 2024 trat Tim Reichert als Co-CEO von GiantX zurück. José Ramón Díaz übernahm als alleiniger CEO. Reichert erklärte, er sehe den richtigen Zeitpunkt gekommen, um „sich auf neue Abenteuer zu begeben", da GiantX „stark und in fähigen Händen" stehe.

Es war ein typischer Reichert-Abgang: leise, professionell, ohne Drama. Er hatte erneut ein Unternehmen transformiert und übergab an seinen Nachfolger, als die Organisation stabil aufgestellt war.

Kapitel 06

Meilensteine & Karriere-Stationen

Vom Quake-Clan über die 2. Bundesliga bis zum CEO eines internationalen Esports-Konzerns.

1997
SK Gaming mitgegründet
Mit 17 Jahren gründet Tim „Burke" Reichert zusammen mit seinen Brüdern Ralf und Benjamin den Quake-Clan „Schröt Kommando" in Oberhausen – einen der ersten professionellen Esports-Clans der Welt.
2003
Profifußball bei RW Oberhausen
Tim wird von Rot-Weiß Oberhausen verpflichtet und beginnt seine Profi-Fußballkarriere im Ruhrgebiet. Sein Bruder Benjamin spielt ebenfalls für den Verein.
2007–2008
2. Bundesliga mit RW Oberhausen
Reichert kommt zu 13 Einsätzen in der ersten Mannschaft. Rot-Weiß Oberhausen steigt in die 2. Bundesliga auf. Tim und Benjamin stehen gemeinsam auf dem Platz.
2009–2014
Siegen & Karriereende
Wechsel zu Sportfreunde Siegen. Letzte Station SV Uedesheim. Offizielles Karriereende als Fußballer am 1. Januar 2015.
2012–2016
Übergangsphase: ESL & MediaCom
Während der letzten Fußball-Jahre arbeitet Reichert parallel als Werkstudent bei ESL (Turtle Entertainment) und danach bei MediaCom Deutschland im Client Management und als digitaler Online-Mediaplaner.
Mai 2016
Head of Esports bei FC Schalke 04
Reichert übernimmt die Leitung der neu gegründeten Esports-Abteilung bei Schalke 04. Der Verein kauft den EU LCS-Slot von Elements und steigt in League of Legends ein.
Nov. 2018
LEC-Franchise für €8 Millionen
Schalke sichert sich einen der zehn permanenten Startplätze in der neuen LEC. Im selben Jahr erreicht das Team sein erstes EU LCS-Finale gegen Fnatic.
Sommer 2020
Der „Miracle Run" – Von 1:10 zu den Playoffs
Schalke schreibt Esports-Geschichte: Nach einem 1:10-Start gewinnt das Team sieben Spiele in Folge und qualifiziert sich für die Playoffs. Einer der ikonischsten Momente in der Geschichte der LEC.
Juni 2021
LEC-Slot für €26,5 Millionen verkauft
In Schalkes finanzieller Krise wird der LEC-Slot an Team BDS verkauft – 231 % Wertsteigerung in drei Jahren. Reichert: „Es tut weh, weil man sein Herz hineingesteckt hat."
Okt. 2021
Esports Director bei Excel Esports
Wechsel zum britischen LEC-Team Excel Esports. Sofortiger Impact: Erste Playoff-Qualifikation im Spring Split 2022. Beförderung zum COO, dann zum CEO.
Jan. 2023
CEO von Excel Esports
Reichert wird zum CEO befördert. Unter seiner Führung erreicht Excel die LEC 2023 Season Finals – die beste Platzierung der Org-Geschichte – und schlägt Fnatic 3:1 in den Playoffs.
Dez. 2023 – Nov. 2024
GiantX: Fusion & Co-CEO
Excel und Giants Gaming fusionieren zu GiantX. Reichert wird Co-CEO neben José Ramón Díaz. Im November 2024 tritt er zurück, um „neue Abenteuer" zu verfolgen.
Kapitel 07

Der Brückenbauer – Fußball trifft Esports

Tim Reichert ist eine der wenigen Personen weltweit, die in beiden Welten – traditioneller Sport und Esports – auf Profi-Niveau gearbeitet haben. Sein Rat an Fußballvereine ist glasklar.

Was Fußball und Esports gemeinsam haben

In zahlreichen Interviews hat Reichert die Parallelen zwischen Fußball und Esports betont: Beide Welten drehen sich um Teambuilding, Talentförderung, mentale Stärke und den Umgang mit Druck. Der Unterschied liegt nicht in den Grundprinzipien, sondern im Medium – Rasen versus Monitor, Stadion versus Arena.

Seine einzigartige Doppel-Perspektive hat es ihm ermöglicht, Fehler zu vermeiden, die viele Fußballvereine beim Esports-Einstieg gemacht haben: zu wenig Budget, falsches Spiel, mangelndes Verständnis für die Community. Reichert wusste aus erster Hand, wie ein Profi-Sportverein funktioniert – und wie ein Esports-Team tickt.

Reicherts Ratschläge für Sportvereine

Rat 1: Budget machen und einhalten

„Make a budget and stick to it." Reicherts Grundregel klingt banal, wird aber von vielen Vereinen ignoriert. Ein Esports-Engagement braucht einen stabilen Businessplan, dem alle Beteiligten committed sind – keine Spontan-Entscheidung des Vorstands.

Rat 2: Team-Sport wählen, nicht FIFA

„Commit to a team sport, and not something like FIFA or Fortnite. Every successful sports organisation in the world is based on a team sport." Ein kontroverser Ratschlag, besonders für Fußballvereine, die instinktiv zum FIFA-Esports greifen.

Rat 3: Eigene Entscheidungen treffen

„Organizations need to be strong in their decision making and not get pushed by community desires." Roster-Entscheidungen müssen auf eigener Analyse basieren, nicht auf Community-Druck – wie bei jedem Profi-Sportverein.

Rat 4: Veränderung akzeptieren

„Improvement can only happen with change." Reicherts Leitmotiv: Wer besser werden will, muss bereit sein, Unangenehmes zu ändern – ob Roster, Coaching-Staff oder Business-Strategie.

Die Reichert-Brüder – Ein Familien-Imperium

Dimension Ralf Reichert Tim Reichert Benjamin Reichert
Geburtsjahr 1974 1979 ~1983 N.B.
SK Gaming „Griff" – Mitgründer, MD „Burke" – Mitgründer „Kane" – Mitgründer
Fußball Kein Profifußball RW Oberhausen, 2. BuLi RW Oberhausen, 2. BuLi
Esports-Karriere ESL-Gründer → CEO EWC Foundation Schalke → Excel → GiantX CEO POGA-Mitgründer, Spielerberater
Fokus Turnierveranstalter & Infrastruktur Team-Management & Operations Spielerberatung & Gaming-Möbel

Die Reichert-Brüder bilden zusammen eines der bemerkenswertesten Familien-Netzwerke im globalen Esports. Alle drei waren an der Gründung von SK Gaming beteiligt, und jeder hat seinen eigenen Weg in der Branche gefunden: Ralf als Infrastruktur-Visionär, Tim als operativer Team-Manager und Benjamin als Spielerberater und Unternehmer (unter anderem Mitgründer von POGA, einem Hersteller von Gaming-Möbeln, zusammen mit dem Profifußballer Moritz Stoppelkamp).

Kapitel 08

Aktuell – 2025 & Zukunft

Nach dem GiantX-Abschied: Wohin führt Tim Reicherts nächste Reise?

Seit seinem Rücktritt als Co-CEO von GiantX im November 2024 ist Tim Reicherts aktuelle berufliche Tätigkeit öffentlich nicht bekannt. NICHT BESTÄTIGT Er erklärte bei seinem Abschied, er wolle „neue Abenteuer" verfolgen. Angesichts seines Profils und seines Netzwerks gibt es mehrere plausible Szenarien:

Szenario 1: Neues Esports-Projekt

Reicherts Track Record – SK Gaming, Schalke, Excel, GiantX – macht ihn zu einem der gefragtesten Esports-Manager Europas. Ein neues Team oder eine Beratungsrolle für einen Esports-Investor wäre naheliegend.

Szenario 2: Traditioneller Sport + Esports

Als einer der wenigen Experten, die beide Welten kennen, könnte Reichert einen weiteren Fußballverein oder Sportclub beim Esports-Einstieg beraten – eine Nische, die er wie kaum ein anderer besetzt.

Vermächtnis & Einordnung

Tim Reicherts Karriere lässt sich in einer Zahl zusammenfassen: 231 % – die Wertsteigerung des LEC-Slots, den er bei Schalke von 8 auf 26,5 Millionen Euro aufgebaut hat. Doch die Zahl allein wird seinem Beitrag nicht gerecht.

Reichert hat bewiesen, dass traditionelle Sportvereine im Esports nicht nur teilnehmen, sondern dominieren können – wenn sie die richtigen Leute haben. Er hat gezeigt, dass Fußball-Erfahrung und Esports-Know-how sich nicht widersprechen, sondern ergänzen. Und er hat mit dem Schalke-04-Miracle-Run einen der emotionalsten Momente der europäischen Esports-Geschichte mitverantwortet.

Während sein Bruder Ralf die Infrastruktur des Esports gebaut hat – die Ligen, die Turniere, die Übertragungen – hat Tim das operative Fundament gelegt: Wie baut man ein Team auf? Wie entwickelt man Spieler? Wie schafft man sportlichen Erfolg unter wirtschaftlichem Druck? Die Brüder ergänzen sich perfekt: Ralf denkt in Arenen und Milliarden-Deals, Tim in Rostern und Split-Ergebnissen. Zusammen haben sie den deutschen Esports geformt wie kaum jemand sonst.

„Verbesserung kann nur durch Veränderung passieren." – Tim Reichert
Kapitel 09

Quellen

Alle verwendeten Quellen. Stand: März 2026.

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Wikipedia – Tim Reicherten.wikipedia.org/wiki/Tim_Reichert
[02]
Wikipedia – SK Gamingen.wikipedia.org/wiki/SK_Gaming
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Esports Insider – Von Schalke zu Excelesportsinsider.com/2022/01/tim-reichert-schalke
[04]
Esports Insider – Tim Reichert joins Excelesportsinsider.com/2021/10/tim-reichert-excel
[05]
Esports Insider – Tim Reichert CEO Excelesportsinsider.com/2023/01/excel-esports-tim-reichert
[06]
Esports Insider – GiantX: Diaz sole CEOesportsinsider.com/2024/11/jose-diaz-sole-ceo
[07]
Esports News UK – LEC-Slot Sale €26.5Mesports-news.co.uk/2021/06/29/team-bds-schalke
[08]
Schalke 04 – LEC-Slot-Verkaufschalke04.de/en/royal-blues-lec-slot-sale
[09]
ONE Esports – Schalke Miracle Runoneesports.gg/schalke-04-miracle-run
[10]
Wikipedia – Schalke 04 Esportsen.wikipedia.org/wiki/Schalke_04_Esports
[11]
Leaguepedia – FC Schalke 04 Esportslol.fandom.com/wiki/FC_Schalke_04_Esports
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DFB Datencenter – Tim Reichertdfb.de/datencenter/tim-reichert
[13]
Transfermarkt – Tim Reicherttransfermarkt.us/tim-reichert
[14]
Kicker – Tim Reichert RW Oberhausenkicker.de/tim-reichert
[15]
The Loadout – Reichert Interview Exceltheloadout.com/excel-esports-tim-reichert
[16]
Esports Insider – GiantX Fusion Interviewesportsinsider.com/2024/06/giantx-interview
[17]
Esports Insider – Excel+Giants = GiantXesportsinsider.com/2023/12/giantx-merger
[18]
Dexerto – Tim Reichert CEO Exceldexerto.com/excel-esports-tim-reichert-ceo
[19]
The Esports Observer – Reichert Schalke Interviewteo/tim-reichert-schalke-04-interview
[20]
OSK Blog – Interview Tim Reichert S04blog.osk.de/esports-tim-reichert-s04
[21]
Schalke 04 – Tim Reichert: Change is necessaryschalke04.de/esports/tim-reichert-change
[22]
Sport1 – Reichert verlässt Schalkesport1.de/tim-reichert-verlasst-schalke
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Esports News UK – Excel LEC 2023 Finalsesports-news.co.uk/2023/07/excel-lec-finals
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Wikipedia – Benjamin Reicherten.wikipedia.org/wiki/Benjamin_Reichert
[25]
The Org – Tim Reichert CEO Exceltheorg.com/org/excel-esports/tim-reichert
[26]
Wikipedia – GiantXen.wikipedia.org/wiki/GiantX